Beratung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus mit dem Rücken zur Wand – Gemeinsame Jahresbilanz 2025
Das Beratungsetzwerk gegen Rechtsextremismus in NRW setzt sich aus den Teams der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW, den Opfer- und Betroffenenberatungen OBR und BackUp sowie der Ausstiegs- und Distanzierungsberatung NinA NRW zusammen.
Die Auswertung der Beratungsarbeit zeigt drei zentrale Trends für das Jahr 2025, die die gesellschaftliche Lage in Nordrhein-Westfalen nachhaltig prägen:
1. Normalisierung von Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft
Extrem rechte, rassistische und antisemitische wie auch queerfeindliche Haltungen sind
zunehmend gesellschaftlich anschlussfähig. Besonders sichtbar wird dies auch durch
die flächendeckende kommunalpolitische Verankerung der AfD in NRW nach den
Kommunalwahlen 2025. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf das
gesellschaftliche Klima und das Sicherheitsgefühl vieler Menschen.
2. Erstarkung rechter Strukturen und gezielte Radikalisierung junger Menschen
Rechte Gruppierungen und Einzelpersonen treten 2025 mit deutlich gesteigertem
Selbstbewusstsein auf. Gleichzeitig beobachten die Beratungsstellen eine gezielte
Ansprache und Radikalisierung von Jugendlichen. Die wachsende Gewaltbereitschaft
und die Verjüngung der Täter*innen spiegeln eine gefährliche gesellschaftliche
Verschiebung wider.
3. Steigende Anfragen und Intensivierung der Gewalt
Die Beratungsstellen verzeichnen ist den letzten Jahren einen quantitativen Anstieg der
Anfragen sowie eine qualitative Verschärfung der Fälle. Bedrohungen werden expliziter,
Übergriffe gewalttätiger und digitale Attacken zunehmend koordiniert – auch im Kontext
des Wahlkampfs.
Die Folge: Immer mehr Menschen benötigen schnelle und langfristige professionelle
Unterstützung. Die Beratungsstellen stehen damit vor der Herausforderung, schneller zu
reagieren, häufiger vor Ort zu sein und verstärkt Sicherheitsaspekte in ihre Arbeit
einzubeziehen.
